Crunning – die neue Trendsportart aus Australien

Zugegeben, der Anblick ist gewöhnungsbedürftig, wenn eine Gruppe Sportler quer durch Melbourne auf allen Vieren krabbelt. Doch dahinter verbirgt sich kein Scherz, sondern eine neue Trendsportart, die von Australien aus langsam um die Welt zieht: „Crunning“. Damit ist eine Mischung aus „crawl“ (zu deutsch Krabbeln) und „running“ (zu deutsch laufen) gemeint. Mit diesem Workout macht sich keiner zum Affen, denn dahinter versteckt sich ein enorm effektives Ganzkörpertraining. Wer das ewige Joggen leid ist und Lust hat, mal etwas anderes auszuprobieren, sollte sich genauer mit dieser neuen Sportart beschäftigen. Denn damit lässt sich enorm effektiv die Fitness steigern.

„Crun-Off“ und Training: Das steckt hinter dem Trendsport

Hinter diesem Sport verbirgt sich die Fortbewegung auf Händen und Füßen. Die Schöpfung stammt von einem australischen Versicherungskaufmann. Der 24-jährige Shaun McCarthy gilt als Gründer der ersten Gemeinschaft rund um das „Crunnen“. Sein Beruf bringt es mit sich, dass er viel im Sitzen arbeitet. Um einen Ausgleich zu finden, ist er im vergangenen Jahr in die Krabbelposition gegangen: Der neue Trendsport war geboren. Die Mischung aus Joggen und Krabbeln hat inzwischen zahlreiche Anhänger in seiner Heimatstadt Melbourne gefunden. Einmal in der Woche wird trainiert, die Leistungen beim Wettbewerb - dem sogenannten „Crun-Off“ gegeneinander gemessen. Dabei krabbelt die Gruppe auf allen Vieren durch die Innenstadt. Der Sport trainiert Arme, Oberschenkel, Ausdauer und vieles mehr, weswegen der 24-Jährige überzeugt ist, einen weltweiten Hype rund um den Globus ausgelöst zu haben. Australische Medien haben diese Sportart bereits in ihrer Liste für die Trends 2016 aufgenommen.

Jahrtausende alt: Die Ursprünge des Crunnings stammen aus China

Wer jetzt denkt, die Australier haben sich diesen Sport ausgedacht, der irrt. Denn der Ursprung von diesem Ganzkörpertraining stammt aus China. Im Land der aufgehenden Sonne bewegen sich zahlreiche Shaolinmönche regelmäßig auf allen Vieren fort. Treppe auf- und Treppe abwärts trainierten Kung-Fu-Schüler schon vor Jahrtausenden vor christlicher Zeitrechnung mit dieser Technik. Diese Ausführungen nennen die heutigen Sportler „Crawlken“ - eine Mischung auf „Crawling“ und „Walking“ (zu deutsch gehen). Das aus Gehen auch ein Sprint werden kann, zeigt ein Weltrekord. Aus Japan stammt der amtierende Weltrekordhalter im Sprinten auf allen Vieren. Er brauchte für ein Strecke von 100 Metern im Jahr 2013 lediglich 16,87 Sekunden – nach jahrelangem Training des Krabbelns. Die Bezeichnung „Crawling“ stammt jedoch wirklich aus Australien.

Diese Vorteile bietet die neue Trendsportart

Dieser Sport ist ein Training, das sowohl den Oberkörper als auch die Beine trainiert. Klassische Trainingsstunden widmen sich meist einem Teil: „Bauch Beine Po-Kurse“ vernachlässigen oft Muskeln in der Schulter und den Armen. Die klassischen Liegestütze hingegen beachten die Beinmuskulatur kaum. Bei Radfahren werden diese wiederum beansprucht, aber wie auch das Joggen gilt es eher als Ausdauersportart. „Crunning“ vereint beides: Muskeltraining und Ausdauersport. Nach nur einer kurzen Strecke sind auch geübter Sportler schnell aus der Puste. Die Arme brauchen hier vor allem den Trizeps und in den Beinen wird der Oberschenkel trainiert. Aber auch die Muskeln in Po sowie im Brustkorb beansprucht der Sport. Ebenso ist der obere Bereich des Rückens gefordert. Koordination und Gleichgewicht werden ebenfalls trainiert. Um dieses Ergebnis zu erreichen, bedarf es im Fitnessstudio gleich mehrere Übungen: unter anderem Hanteltraining, Kniebeugen und Kraftübungen an der Butterflymaschine. Nicht zu verachten ist auch der Brenneffekt: Ein 15-minütiges Training verbrennt nach Angabe von McCarthy 284 Kalorien. Zum Vergleich ein gleichlanges Joggen verbraucht nur 174 Kalorien. Der letzte unschlagbare Vorteil: Dieses Training braucht keine Mitgliedschaft in einem Fitnessstudio, keine weiteren Hilfsmittel und kann überall durchgeführt werden. Lediglich Schutzkleidung muss der Sportler bei dieser neuen Trendsportart besitzen.

Handschuhe und Helm: Diese Materialien sind notwendig

Laufschuhe haben die meisten Sportler bereits im Schrank. Doch bei diesem neuen Workout sind auch die Hände gefragt. Schutzkleidung gehört zur Ausstattung. Daher sollten Handschuhe angezogen werden, um die Verletzungsgefahr hier zu minimieren. Die Handschuhe sollten keine Fingerlinge sein: Jeder Finger muss bedeckt sein - vom Handballen bis hin zur Fingerspitze. Auch hygienische Gründe sprechen für diesen Schutz. Das zweite Utensil ist der Helm. Der mag zwar optisch nicht besonders viel hermachen, ist aber gerade für Anfänger wichtig. Denn die ungewohnte Krabbelbewegung lässt Anfänger oft überschlagen, da die Koordination noch nicht eingespielt ist. Hier bietet der Helm notwendige Sicherheit für den Kopf. Wer unsicher ist, kann auch einige Schoner integrieren. Bei kurzer Sportkleidung bieten sich hier Knie- und Ellenbogenschützer an. Diese Schoner vermeiden Verletzungen, sollte der Sportler stolpern und fallen.

Auf alle Vier, fertig – los: So geht Crunning

Der Beginn ist die richtige Position auf dem Boden. Dazu werden die beiden Hände auf Höhe der Schultern auf die Erde gelegt. Die Beine sind wie bei der Startposition im Sprint versetzt aufgestellt. Doch statt Laufen wird aus dieser Position heraus losgekrabbelt. Anfängern wird empfohlen, zunächst nur kurze Strecken zu absolvieren: 50 Meter maximal! Danach ist eine Pause von zwei Minuten angesagt. Sie vermeidet, dass die Muskulatur nicht überlastet wird. Dehnen, Stretchen und lockeres Ausschütteln sollten in der Zeit geschehen. Insgesamt sollten Beginner nicht mehr als drei Runden für den Anfang angehen. Erst wenn sich der Körper an die Bewegungsabläufe gewöhnt hat, sollten längere Krabbeltouren in Angriff genommen werden. Ein zehnminütiges Workout auf allen Vieren hat es in sich und ist längst nicht mit zehn Minuten „Running“ zu vergleichen. Denn dabei arbeitet der ganze Körper, was diese Trainingseinheit besonders anstrengend macht. Wichtig ist auch die Körperhaltung beim „Crunning“, ein zu höher Rücken kann Schmerzen auslösen. Daher sollte beim Krabbeln der Rücken niedrig gehalten werden. Die Strecke sollte von der Bodenbeschaffenheit her gut ausgewählt sein. Gelenkschonend sind weiche Untergründe wie beispielsweise Rasen. Wichtig ist auch hier die gute Aufwärmung. Wer diese vor dem Training vernachlässigt, riskiert Verletzungen, statt seine Fitness zu steigern.

Das Fazit: Crunning ist ein Sport mit Entwicklungspotenzial

Optisch gewinnt dieser neuer Sport sicher keine Preise. Doch Crawl-Laufen kann eine Alternative zu herkömmlichen Trainingsarten sein. Wer sich darüber weiter informieren möchte, kann Shaun McCarthy auf seiner Facebook-Seite besuchen. Diese ist im November 2015 online gegangen. Der Erfinder selbst zeigt hier in verschiedenen Videos die Vorteile der neuen Sportart. Fragen werden hier ebenso beantwortet und so mancher User kommt auf verschiedene Ideen, den Sport weiterzuentwickeln: „Crun Zumba“ ist nur ein Vorschlag von ihnen.




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